Trendfolgeindikatoren & Oszillatoren

Vorwort

In diesem Kapitel, widmen wir uns den technischen Indikatoren. Die Meisten um nicht zu sagen ALLE Handelsplattformen und Chartanalysprogramme bieten, dem angehenden Profitrate eine schier nicht enden wollende Anzahl an Indikatoren, die durch die Vielzahl an Einstellmöglichkeiten noch potenziert wird.

 

  • Doch was versteckt sich hinter den einzelnen Indikatoren?
  • In welcher Marktsituation, funktionieren welche Indikatoren?
  • Und die wohl interessanteste Frage – Wie kann ich diese, für mich nutzen und mein Trading verbessern?

Diesen Fragen wollen wir auf den Grund gehen und Ihnen, einen Überblick über die verschiedenen (zumindest die Wichtigsten) Indikatoren verschaffen.

 

Vorweg sei erwähnt, dass auch bei den Indikatoren, keine Erfolgsgarantie besteht. Geschweige denn, ist es sinnvoll vor lauter Strichen, Punkten und bunter Farben das wesentliche aus den Augen zu verlieren -> DEN KURS!

Doch eine Kombination aus Charttechnik mit den verschiedenen Indikatoren und vor allem dem Wissen, in welcher Marktphase welcher Indikator zuverlässige bzw. unzuverlässige Ergebnisse liefert, wird Ihre Trefferquote erheblich verbessern und nicht zuletzt werden Sie sich bei kleineren Rücksetzern und Erholungsphasen mental stärker fühlen und sich nicht zu früh aus dem Markt ekeln lassen bevor der Zug wieder ohne Sie Fahrt aufnimmt.

 

Grundsätzlich gibt es zwei übergeordnete Indikatorengruppen – Die Trendfolgeindikatoren und die Oszillatoren

 

Trendfolgeindikatoren

Die Großzahl der technischen Hilfsmittel ist trendfolgender Natur. Signale werden immer nur dann geliefert, wenn der Kurs eine bestimmte Richtung bereits eingeschlagen hat – wenn ein Aufwärts oder Abwärtstrend vorliegt und Folgen diesem Trend bis ein Gegensignal ermittelt wird.

Die Signale werden also verzögert generiert und haben entsprechend eine „Verspätung“. Dementsprechend sind diese Indikatoren perfekt für einen Trendmarkt, dafür tendieren Sie jedoch in trendlosen Märkten zu Fehlsignalen.

 

Fazit: Mit Trendfolgeindikatoren werden Sie nie den PERFEKTEN Einstieg bzw. Ausstieg finden!

(Eine Illusion von der Sie sich generell so schell wie möglich befreien sollten)

Wozu sind die Trendfolger dann gut? – wird sich nun der Ein oder Andere fragen?!

Es ist sicher jedem schon passiert, dass man eine Position die ins Plus gelaufen war, vorzeitig verkauft hat.

Die Position läuft wie gewünscht an – man hat Buchgewinne auf dem Konto, nun folgt eine kurze Konsolidierung man wird unruhig und schliesst die Position noch im grünen Bereich. Und dann kommt es wie es kommen MUSS!

Der Trend wird fortgesetzt und die Position würde nun richtig Gas geben – doch leider ohne Sie!

 

Das ist sicherlich schon jedem passiert und wahrscheinlich mehr als einmal. Es ist völlig menschlich Buchgewinne nicht mehr hergeben zu wollen und die Angst wächst je näher man sich dem Entrykurs wieder nähert.

Das ist absolut menschlich und letztlich eine Frage der Psychologie, ob man einen Trend durchhalten kann oder vorzeitig das Handtuch wirft.

Wie aber, jeder der sich mit der Börse beschäftigt wissen sollte, sind es gerade die langen Trends die, den großen Umsatz bringen.

 

Es wäre doch ideal wenn man eine technische Hilfe hätte, die einem anzeigt ob der Trend noch intakt ist ohne jeden Tag aufs Neue aus dem Bauch seine Entscheidungen treffen zu müssen und genau als solche sind die Indikatoren zu sehen.

 

Sie sollen verhindern, dass Sie zu früh aus einem intakten Trend aussteigen, indem Sie abwarten bis die Indikatoren drehen. Wie bereits erwähnt werden Sie den Hochpunkt nicht treffen, da die Signale erst zeitversetzt eintreffen aber mit hoher Wahrscheinlichkeit höher, als wenn Sie sich beim Ausstieg auf Ihren Bauch oder den berühmten Münzwurf verlassen.

Zu den wohl bekanntesten und am häufigsten genutzten  Trendfolgeindikatoren zählen wohl die gleitenden Durchschnitte und die daraus abgeleiteten   Bollinger-Bänder – diese und viele Weitere, finden Sie detailliert und verständlich für Sie aufbereitet in unserer Datenbank.

 

Merke 

  • Erst kommt die Frage nach dem Trend, dann die Auswahl des passenden Indikators
  • Die Signale sind immer zeitversetzt – es gibt keinen perfekten Einstieg und Ausstieg
  • Dem Indikator in Trendrichtung folgen bis ein Gegensignal generiert wird
  • Wenn kein Trend vorliegt werden mit Vorliebe Fehlsignale generiert (Meist beim Zwischenhoch bzw. Tief als am denkbar ungünstigsten Zeitpunkt

 

Hier geht es zu den Trendfolgeindikatoren im Detail

 

Oszillatoren

In Seitwärtsbewegungen liefern Trendfolgeindikatoren wie besprochen viele Fehlsignale, hier bietet sich der Einsatz von Oszillatoren an – dem genauen Gegenstück zu den vorgestellten Trendfolgeindikatoren. Mit Oszillatoren behalten Sie in Seitwärtsmärkten den Überblick und können daraus profitieren.

 

Auch die Oszillatoren haben natürlich den Nachteil, dass Sie eben in der Trendphase verstärkt Fehlsignale generieren, können aber auch hier wertvolle Signale liefern, z.B. als Frühwarnsystem für eine abnehmendes Momentum (Trenddynamik)

Divergenzen (Unterschiede im Oszillator und Chartverlauf) kündigen häufig ein mögliches Ende eines Trends an. Näheres zu  Divergenzen finden Sie bei den jeweiligen Oszillatoren im Detail.

 

Der Aufbau und die Interpretation der Oszillatoren unterscheidet sich ja nach Technik nur wenig (ebenso wie bei den Trendfolgeindikatoren!). Sie werden bei allen eine gewisse Ähnlichkeit erkennen.

 

Die Oszillatoren schwanken, wie der Name schon vermuten lässt, um eine Mittellinie – der Wert dieser Linie hängt von dem jeweiligen Indikator ab – meist handelt sich aber um die Nulllinie. Häufig ist die Skalierung auch nach oben und untern begrenzt (0-100)

 

Mit dieser Einstellung lassen sich dem Oszillator obere und Untere Extremzonen zuweisen, die beliebig gewählt werden können (Meist schon vordefiniert über die Chatsoftware). So erkennen Sie schnell ob sich der Kurs in einer Extremzone befindet und ob ein überverkaufter oder unterverkaufter Markt vorherrscht.

Oszillatoren sind im vergleich zu den Trendfolgern also antizyklisch zu betrachten. Man kann Ihnen nicht folgen bis sie drehen (dies ist durch die begrenzte Skalierung sowieso nicht möglich!)Es wird erwartet, dass der Wert die heiß gelaufene Extremzone wieder verlassen wird.

Zu den bekanntesten Oszillatoren gehören der Stochastik, RSI und Momentum diese und viele Weitere, finden Sie detailliert und verständlich für Sie aufbereitet in unserer Datenbank.

 

Merke

  • Funktioniert in Seitwärtsphasen sehr gut – im Trend werden viele Fehlsignale generiert
  • Antizyklischer Handelsansatz – man spekuliert auf das Verlassen der Extremzone
  • Ein Starker Trend hebelt den Ansatz der Oszillatoren aus

 

Was tun wenn Oszillatoren und Trendfolger in die entgegengesetzte Richtung leiten ?

 

Hier gilt die Regel: Ein intakter Trend hat immer Vorrang !

Natürlich ist ein überbauter Oszillator nach einer schönen Aufwärtsbewegung ein Indiz, dass nun eine Konsolidierung folgen könnte bzw. die Wahrscheinlichkeit steigt. Nach der Trendlehre gibt es aber keine zwingenden Argumente für einen Trendwechsel geschweige den für eine Positionierung auf der Sportseite.

 

Das ALLE Indikatoren den selben Weg aufzeigen ist äußerst selten – Sie müssen also ein Gespür dafür entwickeln in welcher Marktphase Sie sich befinden und entsprechend Ihre Schwerpunkte definieren.

 

Welche Indikatoren und wie viele „benötige“ ich ?

Hier gehen die Meinungen sehr weit auseinander – von Null, bis so viele, dass man den Kurs kaum noch erkennt.

Grundsätzlich macht es wenig Sinn, zu viele Indikatoren in den Chart zu laden bzw. wird der Trend ob nun durch 3, 4 oder 10 Indikatoren erkannt nicht stärker oder schwächer. Einer Allein ist aber doch zu wenig. Wir empfehlen Ihnen  3-4 Indikatoren aus jeder Gruppe – das sollte genügen um Ihnen Sicherheit zu bieten aber nicht zu viele Daten auf einmal mental abarbeiten zu müssen.

1 comment for “Trendfolgeindikatoren & Oszillatoren

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*