Gleitender Durchschnitt (SMA, WMA, EMA)

Zu den mit Abstand am häufigst genutzten Indikatoren zählen sicherlich die gleitenden Durchschnitte – sie sind sozusagen, dass Urgestein der technischen Indikatoren.

 

Die Grundidee dahinter ist es, Ausreißer in den Kursbewegungen auszufiltern um einen klaren Blick auf das Trendverhalten und vor allem, dessen Richtung zu erhalten.

Nicht selten fallen Kurse in Korrekturen massiv ab oder steigen Impulsartig an. Solche „Übertreibungen“ können viele Gründe haben z.B.überraschende (teilweise auch wenn das Ergebnis – die Erwartung zu 100% bestätigt wurde) Zinsentscheidungen, gute bzw. schlechte Quartalszahlen, Auswertung bzw. Abwertung durch Ratingagenturen, politische Faktoren, Firmeninterne Machtspiele usw usf. Die gleitenden Durchschnitte ermöglichen es, diese „alltäglichen“ Ausschläge zu eliminieren und den tatsächlichen Kurstrend zu beobachten.

 

Wie entsteht ein Durchschnitt ?

Man bildet den Durchschnitt in dem man für einen definierten Zeitraum, die (Schluss)Kurse addiert und durch die Anzahl der Tage(Wochen / Monate) teilt. Dieser Durchschnitt wird täglich neu berechnet (jeden Tag fliegt der älteste Wert aus der Berechnung – ein 20er GD bleibt ein 20GD und wird kein 21 GD), dadurch entsteht eine Indikatorlinie, dem dem Kurs zwar folgt, doch wesentlich träger und nivellierter.

 

Grundsätzlich gilt je länger der der kontrollierte Zeitraum ist (je höher der GD ist) desto träger reagiert der Indikator

 

Welche Laufzeiten für GDs sind sinnvoll?

Die Periode ist grundsätzlich frei wählbar, doch haben sich in der Börsenpraxis einige Standards etabliert.

 

Im langfristigen Bereich sind dies der GD 38, 90 und 200, kurz-, mittelfristig die 5,10, 20 und 50 Tagelinien

 

Wie Unterscheiden sich die Gds? (außer anhand ihrer Laufzeit)

SMA = Simple Moving Average (SMA)

Wie oben beschrieben wird, ein Durchschnitt gebildet ohne Rücksicht auf die Wertung der einzelnen Kurse zu nehmen. Dies hat den Nachteil, dass je länger die Periode gewählt wurde (z.B 200 Tage) die Kurse vor 200 Tage genau so stark gewertet werden wie die kurze aus der jüngsten Vergangenheit. Das macht den SMA natürlich sehr träge.

 

WMA = Weighted Moving Average

Der WMA ist genau so aufgebaut wie der SMA, allerdings fliessen hier die aktuellen Kurse stärker in der Berechnung mit ein als die Kurse aus der Vergangenheit. Der Gewichtungsfaktor verändert sich gleichmäßig (linear) vom Anfang bis zum Ende der Betrachtungsperiode

Dies hat zur Folge, dass man eine ebenso geglättete Kurve erhält, allerdings läuft die linear geglättet Kurve, enger bei den aktuellen Kursen und ist damit nicht ganz so träge

 

EMA = Exponential Moving Average

Der EMA treibt das ganze noch auf die Spitze. Wie bereits besprochen fliegen beim einfachen und linearem GD mit jedem neuem Kurs, ein alter Kurs aus der Berechnung raus. Im Gegensatz dazu wird der EMA fortlaufend berechnet, indem man zum Wert des gestrigen Durchschnitts ein gerichteter Anteil des aktuellen Schlusskurses hinzugefügt wird. Das Prinzip dabei ist, die aktuellen Schlusskurse stärker in die Berechnung einfliessen zu lassen. Je länger die Kurse zurückliegen, umso weniger fliessen Sie in die Berechnung ein. Dadurch wird die Reaktion auf den tatsächlichen Kursverlauf deutlich schneller, Der Durchschnitt verläuft damit oft enger mit dem Kurs.

 

Welche Handelsansätze regen sich daraus?

Moving-Crossover-Modell

Viele Trader generieren Signale indem Sie nur einen einzigen GD nutzen. Dabei gilt, wenn der Kurs den Durchschnitt von oben nach unten schneidet – wird ein Verkaufssignal generiert und der Aufwärtstrend gilt als beendet. Ebenso verhält es sich entsprechend in die andere Richtung, wenn der Kurs den Durchschnitt von unten nach oben durchbricht, ist ein Kaufsignal entstanden und der Abwärtstrend gilt als beendet.

Dabei ist zu beachten

  • je kürzer die Durchschnittsperiode ist desto häufiger kommt es zu Signalen
  • Die Zahl der Fehlsignale ist bei den langfristigen Perioden kleiner
  • Es sollten nur Schlusskurse gehandelt werden um nicht abgefischt zu werden
  • Funktioniert nur in Trendphasen bei Range sollte dieser Ansatz gemieden werden
  • Die ausgewählt Periode sollte zum gewählten Handelsprodukt und nicht zuletzt zur mentalen Stärke passen

 

 

Double-Crossover-Modell

 

Im Gegensatz zum Moving-Crossover-Modell werden bei Double-Crossover-Modell, wie der Name bereits vermuten lässt, zwei Durchschnitte Durchschnitte mit unterschiedlichen Perioden verwendet. Dabei kommt es nicht auf die Schnittpunkte mit dem Kurs sondern bei den Durchschnitten untereinander.

Nach der Logik:Wenn der kürzere GD, den längeren GD von unten nach oben schneidet, handelt es sich dabei um ein Kaufsignal.

Wenn der kurze, den langen GD von oben nach unten schneidet handelt es sich dabei um ein Verkaufssignal

 

 

 

 

 

 

 

2 comments for “Gleitender Durchschnitt (SMA, WMA, EMA)

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